Kreuzbandriss – Was nun?
Erfahre, wie ich nach zwei Kreuzbandrissen zurück zum Sport gefunden habe und warum „Das große Buch der Kreuzbandreha“ entstanden ist. Ein wissenschaftlich fundiert, praxisnaher und verständlicher Ratgeber nach Kreuzbandverletzungen.
Ein Kreuzbandriss verändert vieles. Du kannst dich erstmal nicht ohne Krücken bewegen, Sport ist erstmal fehl am Platz, du musst dich fragen, ob du eine OP machen solltest und du bist meist auf die Hilfe von anderen angewiesen. Du hast Angst Fehler zu machen. Kein Wunder, dass viele in den ersten Wochen depressive Verstimmungen haben und sich fragen:
„Kreuzbandriss – was nun?“
Genau diese Frage habe ich mir selbst nach meinen beiden Kreuzbandrissen gestellt. Heute höre ich sie regelmäßig von Patienten und Sportlern, die ich auf der Trainingsfläche bei ihrer Kreuzbandrehabilitation begleite.
Die Antwort darauf ist jedoch selten einfach.

Warum viele Patienten wertvolle Zeit in der Kreuzbandreha verlieren
In der Therapie und im Training ist Zeit oft knapp. Während einer Reha-Einheit betreut man mehrere Patienten gleichzeitig, erklärt Übungen und gibt kurze Hinweise. Für ausführliche Erklärungen bleibt häufig wenig Raum.
Dabei gibt es viele wichtige Themen, die sich nicht in wenigen Minuten erklären lassen:
- Warum der Quadrizeps nach einem Kreuzbandriss so entscheidend ist.
- Warum bestimmte Winkelbereiche zunächst vermieden werden sollten, andere jedoch sehr wichtig für die Rehabilitation sind.
- Warum Kniebeugen bereits früh nach einer Kreuzbandverletzung sinnvoll sein können.
- Wie Übungen richtig gesteigert werden.
- Was es bei der Integration in das Lauftraining zu beachten gibt.
- Warum Sprungtraining und Richtungswechseltraining entscheidend für einen erfolgreichen Wiedereinstieg in den Sport sind.
- Und warum nach einem Kreuzbandriss häufig ein zweiter folgt und kein Zufall ist!
- Warum bestimmte Sportler, wie Fußballer, besonders gefährdet sind.
Gerade diese Informationen können darüber entscheiden, wie erfolgreich eine Kreuzbandriss-Reha verläuft.
Wissen beschleunigt die Rehabilitation
Mit zunehmender Erfahrung habe ich erkannt, wie viel Wahrheit im Satz steckt:
„Wissen ist Macht.“
Während meiner ersten Reha fehlte mir die Orientierung. Ich wusste nicht, welche Übungen sinnvoll sind, welche Belastungen wichtig sind oder wie eine erfolgreiche Rehabilitation aufgebaut sein sollte.
Neben meinen beiden Kreuzbandrissen hatte ich im Laufe der Jahre zahlreiche weitere Verletzungen, darunter Sehnenprobleme, einen Mittelfußbruch und Schulterbeschwerden.
Der entscheidende Unterschied war immer das gleiche Prinzip:
Je besser ich die Verletzung verstand, desto schneller konnte ich mich davon erholen.
Das richtige Wissen sorgt nicht nur für körperliche Fortschritte. Es gibt auch Sicherheit, Motivation und Vertrauen in den Rehabilitationsprozess. Und leider hat mir damals ein Ratgeber nach meinem ersten Kreuzbandriss gefehlt, sodass ich die Verletzung ein zweites Mal durchmachen musste.
Und vielleicht ist es auch genau Zeit einer der Gründe, warum ich mit inzwischen 36 Jahren und dem Know-How immer noch leistungsorientiert und mit großer Freude Sport treiben kann – ohne weitere Kreuzbandrisse!
Das große Buch der Kreuzbandreha – Das Buch, das ich selbst gebraucht hätte
Rückblickend hätte ich mir nach meinem zweiten Kreuzbandriss genau das gewünscht, was heute als „Das große Buch der Kreuzbandreha“ erhältlich ist.
Ein Buch bzw Ratgeber, das:
- Orientierung während der gesamten Reha bietet,
- typische Fehler vermeidet,
- die wichtigsten Übungen strukturiert vorstellt,
- wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich erklärt,
- Trainingsziele darstellt,
- Trainingsplänevorlagen enthält,
- und den Weg zurück zum Sport nachvollziehbar beschreibt.
Ich will dir beispielhaft einige Seiten aus dem Buch vorstellen, wie ich diese Aspekte im Buch umgesetzt habe:



Mein Ziel war es, die aktuelle wissenschaftliche Literatur zur Kreuzbandrehabilitation so aufzubereiten, dass sie für Patienten verständlich und praktisch anwendbar wird.
Komplexe Forschungsergebnisse wurden in klare Handlungsempfehlungen übersetzt, ergänzt durch Grafiken, Praxisbeispiele und konkrete Übungen.

Warum ich mich intensiv mit Kreuzbandrissen beschäftige
Vor über 15 Jahren erlitt ich meinen zweiten Kreuzbandriss.
Damals ahnte ich nicht, dass diese Verletzung meinen beruflichen Weg nachhaltig beeinflussen würde.
Aus dem Wunsch, die Rehabilitation besser zu verstehen, entwickelte sich zunächst ein Interesse an Trainingswissenschaft und später an wissenschaftlicher Forschung.
Heute beschäftige ich mich als Wissenschaftlerin an der Universität Stuttgart und als Trainerin in einer Physiopraxis intensiv mit Themen wie:
- Kreuzbandrehabilitation
- Rehabilitation bei chronischen Verletzungen
- Return-to-Sport-Kriterien
- Bewegungsanalysen
- Leistungsdiagnostik
- Verletzungsprävention

Mein Ziel war dabei nie nur Studien zu lesen oder Forschung zu betreiben.
Ich möchte wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis bringen und somit Menschen dabei helfen, evidenz-basiert schneller, sicherer und nachhaltiger in ihren Sport zurückzukehren. Gleichzeitig möchte ich dazu beitragen, dass Rehabilitationskriterien in Zukunft noch präziser, objektiver und stärker evidenzbasiert werden als heute.

Was wir über Kreuzbandrisse noch nicht wissen…
Obwohl die Forschung rund um den Kreuzbandriss enorme Fortschritte gemacht hat, bleiben viele Fragen offen.
Je tiefer man in die wissenschaftliche Literatur eintaucht, desto deutlicher wird:
Wir wissen noch längst nicht alles.
Viele Empfehlungen beruhen auf begrenzter Evidenz oder Expertenmeinungen. Gleichzeitig eröffnen moderne Bewegungsanalysen und neue Testverfahren völlig neue Möglichkeiten.
Zu den Fragen, die mich aktuell besonders beschäftigen, gehören:
- Welche Tests sagen den erfolgreichen Wiedereinstieg in den Sport wirklich voraus?
- Welche Rolle spielen neurologische Faktoren nach einem Kreuzbandriss?
- Welche objektiven Kriterien benötigen wir für einen sicheren Return to Run?
- Wie können Return-to-Sport-Entscheidungen präziser getroffen werden?
…und warum und wie ich daran forschen will
Deshalb habe ich promoviert und beschäftige mich weiterhin intensiv mit Forschung im Bereich Knieverletzungen und Rehabilitation.
Mein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung und Bewertung von:
- Return-to-Play-Tests
- Rehabilitationskriterien
- Bewegungsanalysen
- objektiven Leistungsparametern
Dabei ist mir besonders wichtig, dass neue Erkenntnisse nicht nur wissenschaftlich interessant sind, sondern auch tatsächlich im Alltag von Patienten, Therapeuten und Trainern eingesetzt werden können. Dabei stelle ich mir vor entweder an der Universität oder in Kooperation mit anderen Praxen solche Fragen anzugehen. Aber solche Untersuchungen brauchen viel Zeit, da viele Patienten und Daten erhoben und ausgewertet werden müssen.
Ein Test muss nicht nur valide sein.
Er muss auch:
- praktikabel,
- verständlich,
- und bezahlbar sein.
Fazit:
Viele Patienten möchten ihre Kreuzbandrehabilitation aktiv mitgestalten, doch es fehlt häufig an verständlicher und gleichzeitig fundierter Literatur. Die meisten Ratgeber bleiben eher oberflächlich oder konzentrieren sich hauptsächlich auf die Operation selbst. Dabei endet eine erfolgreiche Rehabilitation nicht mit der OP – sie beginnt dort erst richtig.
Mit „Das große Buch der Kreuzbandreha“ wollte ich deshalb ein Werk schaffen, das deutlich tiefer in die Materie eintaucht und wissenschaftliche Erkenntnisse praxisnah erklärt. Es richtet sich an engagierte und wissbegierige Sportler, die ihre Rehabilitation wirklich verstehen möchten, ebenso wie an Physiotherapeuten, Trainer und Sportwissenschaftler, die die wichtigste Literatur, aktuelle Erkenntnisse und bewährte Übungen rund um den Kreuzbandriss kompakt an einem Ort finden möchten.
Mein Ziel war es, die Lücke zwischen Wissenschaft und Praxis zu schließen und Betroffenen die Informationen an die Hand zu geben, die ich mir selbst nach meinen Kreuzbandrissen gewünscht hätte.
Denn die Frage „Kreuzbandriss – was nun?“ sollte niemand ohne Orientierung beantworten müssen.

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